eröffnung verschoben – der container steckt in china fest
seit über sieben wochen hängt der container in shanghai fest.
das wäre an sich noch kein drama, wenn nicht die tische und stühle für das ladenlokal darin enthalten wären. und wie soll sich eine lounge präsentieren, wenn man nicht sitzen kann?
meine nerven liegen brach. seit wochen werde ich vertröstet, schwanke zwischen wutanfällen und verzweiflung, hechle mich von termin zu termin in der hoffnung, dass sich alles aufklärt.
willkür chinesischer zollbeamter
das konnte nun kein mensch ahnen, dass sich der chinesische zoll unter den hunderttausenden containern, die der weltgrösste hafen der welt täglich bewegt, gerade meinen einen aussuchen muss. um ein exempel zu statuieren? wohl kaum. um schmiergeldzahlungen zu erhalten? wer weiss das schon. weil jemandem danach zumute war? vielleicht. oder weil vielleicht die einfachheit der handelnden personen an dummheit grenzt? mehr als vermutungen sind nicht drin, denn eine einsichtige erklärung wird bislang noch nicht präsentiert.
anfänglicher stein des anstosses im wahrsten sinne des wortes ist eine steinplatte mit einem eingemeiseltem buddha. diese wird als ‘antique cultural relict’ angesehen. dabei kommt sie nicht einmal aus china, sondern aus südostasien. woher also die aufregung? und die rechnung weist einen betrag auf, der sicherlich nicht den gegenwert misst, den ein antikes kulturgut aus china hätte. nach wochenlangem gezerre stellt ein offizieller gutachter schließlich fest, dass die betonmasse aus der neuzeit stammt. doch dieser beleg lässt die zollbeamten anscheinend kalt. fast täglich tauchen neue forderungen auf nach irgendwelchen dokumenten und bescheinigungen. es ist allzu offensichtlich, dass die blanke willkür herrscht.
guanxi oder schmiergeld – wo liegt die lösung?
auf offiziellem wege scheinen die fronten festgefahren. die beauftragte spedition schickt täglich ihre leute zum zoll, jedoch erfolglos. sobald sich chinesen unter druck gesetzt fühlen, lassen sie einen total auflaufen. das scheint der fall zu sein. doch gar nichts tun? meine hilflosigkeit zwischen all den telefonaten und emails ist das schlimmste, verstärkt durch die nüchterne feststellung, dass die spedition genauso im dunklen tappt und nur vertrösten kann.
zahlungsangebote jeglicher art finden keinen abnehmer. der karren sitzt also richtig tief im dreck, denn dann kann es sich nur um persönliche ressentiments handeln.
ich nutze jeden kontakt, der mir von helfender seite angeboten wird, um licht in den vorfall zu bringen. denn jede logische und nachvollziehbare erklärung fehlt bislang, wie es soweit kommen konnte.
von logistikseite wird nur bestätigt, dass solche vorkommnisse keine seltenheit sind, gerade im hafen von shanghai. und gerade bei erstmaligen exporten. sehr beruhigend. dabei exportiere ich tradition und qualität, nicht massenware und kopien. das ist doch das, was die chinesische Regierung forcieren möchte?!
das hochwertige gesicht chinas der welt zeigen. momentan sehe ich nur die fratze eines nicht-rechtsstaatlichen landes.
als die anti-schmuggel behörde eingeschaltet wird, bleibt uns allen die spucke weg. was soll das? nach 5 wochen prüfen und beschauen noch nicht genug?
ein kontakt über die höchste politische ebene bestätigt die vermutung, dass momentan leider gar nichts gemacht werden kann als abzuwarten. da ein bericht auf dem tisch liegt, muss dieser auch bearbeitet und abgeschlossen werden. fragt sich nur wann und wie. eine einmischung von politischer seite würde die situation nur verschärfen, da die willkür zu tage käme.
ich bin sehr dankbar um all die unterstützung und das mitgefühl, das ich erhalte.
doch das nüchterne fazit ist, dass mir keiner helfen kann.
Gepostet: unter startphase.
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Kommentare
Comment von golden-child
am: 14. September 2006, 20:05
alles hat seinen grund… de wartezeit wird sich lohnen…
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