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8 Januar 2005

laos report : von china nach laos ueber land

was waeren reiseplaene langweilig, wenn man sie nicht ueber den haufen schmeissen koennte!

die route: kunming/dali > gen sueden in die provinz xishuanabanna >jinghong>grenze laos>luang namtha>nong kiao>luang prabang>vang vieng>vientane, hautpstadt von laos

habe mich am fruehstueckstisch sozusagen zu einem vorgezogenen abstecher nach laos ueberzeugen lassen, bevor es denn nun wirklich auch nach myanmar geht. gegen brasilianische begleitung, die auch noch gut aussieht, liess sich nun mal nichts einwenden.
unabhaengig von der entscheidung war ich weit genug entfernt von dem tsunami-gebiet, so dass ich die katastrophe auch nur ueber CNN verfolge und dieselben bilder wie ihr mit entsetzen betrachte. meine route wird dadurch nicht beeintraechtigt, einzig dass ich meine tauchsafari sicherlich nicht realisieren werde, da der sueden myanmars davon betroffen sein duerfte. genauere informationen konnte ich jedoch noch nicht ausmachen, da das militaerregime in myanmar keinerlei offiziellen informationen ausgibt. ich kann euch also nichts anderes berichten, als was ihr eh schon wuesstet!

lohnt es sich nun, in den abgeschiedenen sueden chinas vorzudringen, von dem so viel wunderbares zu lesen ist und der tropische einfluss ein ganz anderes china hervorbringen soll?
ich bin da etwas zurueckhaltender in meiner beurteilung. china scheint in der tat ganz weit weg zu sein – das spucken mal ausgenommen – das vorherrschende erlebnis sind die verschiedenen ethnien, die unabhaengig von landesgrenzen zu laos oder myanmar und vietnam das gebiet bevoelkern. mit einem guide sind wir in die bergregion vorgedrungen und haben einige doerfer besucht. die landschaft unterscheidet sich deutlich, da nun palmen und tropische fruechte das auge verzuecken und das klima deutlich angenehm waermer wird, auch wenn die naechte weiterhin empfindlich abkuehlen. die doerfer liegen zum teil sehr abgelegen, sind jedoch zunehmend auch motorisiert erreichbar, wenn auch ueber unsaegliche strassen. die romantik ueber die minderheiten sind nun so eine sache. ich habe die doerfer, die fast ausschliesslich noch aus holzbauten bestehen, als dreckig und verwahrlost erlebt. ein mittagessen beim dorfobersten hat uns dann folgendes bild beschert: viel selbstgebrannter schnaps und!
wasserpfeife, die die herumlungernden maenner zu sich nahmen. die frauen haben sich um feuer und essen gekuemmert. ich durfte dankeswerterweise bei schnaps und pfeife verweilen, hoffend, dass der alkohol all die bakterien und essensreste, die ich an meinem glas ausmachte, einfach verbrennen wuerde. und so haben wir dann stunden verbracht ohne wechselnde szenerie. bevor unser guide total trunken war, haben wir dann dezent zum aufbruch gerufen.
ich konnte dem ganzen wenig romantik abgewinnen und mein bedarf an minderheiten-touren war hiermit auch gedeckt. und da die unterkuenfte in der gegend sich als ziemlich verwahrloste barracken herausstellten – ist doch gut, seinen eigenen schlafsack dabei zu haben – war ich nicht abgeneigt, den weg richtung laos zu beschleunigen.

grenzgebiete haben oft etwas bizarres, eher abstossendes, unfreundliches und von seltsamen leuten frequentiert. so auch der grenzuebergang zu laos. auf pickups geht es ueber schotter und schlagloecher und irgendwann ist man dann ueber den grenzstein gelangt. doch welch ein kontrast! die chinesische seite korrekt uniformiert, keine miene verziehend, unfreundlich und diese atmosphaere verstroemend “immer laecheln und bloss keine widerrede, sonst lassen die dich nicht raus”. die laotische seite strahlend laechelnd “hello, how are you, can i help you, thank you very much” irritierte mich dermassen, dass ich gar nicht wusste, wie reagieren. als ich dann auch noch eine saubere oeffentliche toilette vorfand, war ich voellig hin und weg. und dass einem husten kein spucken folgte, konnte ich tagelang nicht glauben……dafuer ist es mit der organisation etwas lascher. der bus von der grenze zum zielort hatt keine abfahrtszeiten, sondern kannte nur das gesetz alle plaetze muessen bele!
gt sein. bus ist etwas uebertrieben, da es ein pickup war, was ja eigentlich ganz nett ist, frische luft undsoweiter. nach zwei stunden fahrt waren wir allerdings dermassen durchgeruettelt und von einer braunen kruste ueberzogen, dass wir kaum die augen offen halten konnten. meine guete, da sind doerfer, spielende kinder und fussgaenger, die den ganzen tag mit dem roten staub der vorbeipreschenden vehikel eingedeckt werden. die landschaft an der strasse sehen wie mondlandschaften aus.

hier war ich nun angekommen, im land der 1 millionen elefanten – von denen ich aber keinen einzigen gesehen habe! eines der aermsten laender der welt, das mehr als nur nebenschauplatz waehrend des vietnamkrieges war. die schlachtfelder und hoehlenverstecke verteilen sich ueber das ganze land. und doch sind die leute von einer freundlichkeit und einem frohmut gezeichnet, was einen so willkommen fuehlen laesst – was man nun in china nicht so oft erlebt. alles erscheint gleich viel lieblicher, aber in der tat hat die franzoesische vergangenheit einige annehmlichkeiten hinterlassen, die das reisen so viel angenehmer machen: nette cafes und kleine lokale mit atmosphaere, cafe (wenn auch mit gesuesster kondensmilch, nach der man aber suechtig werden kann), baguette, croissants, kuchen, pfannkuchen, french fries…….das laesst die geplagte seele aufatmen! und die kroenung der bequemlichkeit: man muss sich nicht mit den einheimischen rumschlagen, nein, man kann mit klimatiserten g!
rossraum-vans durch die landschaft schaukeln. das laesst zwar die strassen nicht besser werden, aber man kann die armut etwas bequemer von der ferne betrachten, wie im fernseh sozusagen beim vorbeifahren, auf weissen spitzenverzierten bezuegen. aber es ist halt so angenehm!

laos zusammengefasst: tempel und outdoor-aktivitaeten.
ich meine, es gab schon einiges an tempeln in china zu sehen, hier aber kommt man so weit, dass man ihnen fast schon keine beachtung mehr schenkt, so viele sind es. sie sind ueber die ganzen doerfer und staedte verteilt, immer wieder tauchen goldverzierte daecher mit pinkrosa-gestrichenen gebaeuden auf, die mit allerlei weiterem firlefanz geschmueckt sind. eine farbenpracht wie bei zuckerhaeuschen, nur mehrere nebeneinander. aktive tempel haben immer ein kloster angeschlossen, da der tempel ja gepflegt werden muss. und so sieht man junge, sehr junge moenche in ihrer knallorangenen bekleidung umherflitzen, schuechtern kichernd und doch neugierig auf die fremden. morgens gehen sie durch die strassen und erhalten von der bevoelkerung ihr essen fuer den tag. innen bieten die tempel oft wenig spektakulaeres: eine buddhastatue in gross und gold, einige opfergaben, viel weihrauchstaebchen und gebetszettel. man kann sich problemlos anhand der tempel in einer stadt orientieren, oft s!
ogar besser als strassennamen.
die berglandschaften und fluesse sind wie geschafften fuer alle outdoor/aktivitaeten, die es so gibt: kayaking, rafting, tubing ( sich auf einem reifen treiben lassen und bier trinken), trekking, mountain-bike etc. daher ist der norden gepraegt von kleineren orten, die genau diese aktivitaeten anbieten. da sich die touristenstroeme noch in grenzen halten, wird hier versucht ein oekologisch vertraegliches angebot zu schaffen, das auch die vorherrschenden ethnien an dem tourismus anteil haben laesst. da koennte sich china einiges abgucken.
ein ideales land, um zwischen sportlicher betaetigung, relaxtes abhaengen und dem ein oder anderen kulturellen zwischenspiel einige nette wochen zu verbringen. man kann sogar in dollar bezahlen und muss auf so gut wie keine annehmlichkeiten verzichten, und das bei noch guenstigen preisen.
ein bier kostet 70 cent, ein steak drei euro und eine nette unterkunft mit eigenem bad 8-10 euro 9 (wie kommt es eigentlich, dass ich jetzt schon mit bierpreisen beginne?).
das lokale essen ist nicht so abwechslungsreich wie das chinesische, neben reise gibt es jetzt auch sog. sticky reis, den man mit den haenden ist, doch dafuer sind die gerichte mit frischen kraeutern aller art und limonengras angereichert und in weniger oel gebraten. die nachtmaerkte sind auch hier die beste und guenstigste art, sich mit frischer lokaler kost herrlich satt zu essen.
und doch, bei aller vorliebe fuer die lokalen gerichte, war der erste gute rotwein seit meiner abfahrt in deutschland mit einem richtigen stueck fleisch (man bekommt ja immer nur kleingeschnetzeltes in ueberschauren mengen) eine offenbarung! aber war ja auch mein geburtstag:-) ein kleines schnuckliges restaurant, das auch irgendwo in suedfrankreich stehen koennte – allerdings muss man sich hier daran gewoehnen, aus den lokalen geschmissen zu werden. ab halb zehn wird es ungemuetlich, und nach zehn geht nix mehr. und das, wo ich so richtig lust hatte, mal wieder eine nacht durchzutanzen. keine chance, da muesste ich wohl nach thailand gehen….

weihnachten war sehr ruhig in einer lodge an einem fluss, mit laotischem menu und ohne weihnachtsglimmer. ganz angenehm, dass sich die laoten noch nicht dem westlichen weihnachtsrausch unterworfen haben, wo sie eh nix damit anfangen koennen als buddhisten.
silvester hat mir gezeigt, dass das jahr hoffentlich nur noch besser werden kann, als es gestartet hat. nur muehsam konnte ich mich bis mitternacht beherrschen, um sozusagen schnurstracks auf die strasse zu eilen und meinen magen zu entleeren. war sehr unangenehm vor den augen der einheimischen, die sich mal wieder ueber eine volltrunkene touristen das maul zerrissen, allerdings kam bei mir nur literweise wasser raus, dafuer ohne unterbrechung. den rest erspare ich euch, die strasse habe ich am naechsten tag gemieden, nach zwei tagen gings dann auch wieder und ich konnte meinen geburtstag retten:-)

ich kann wohl sagen, laos nicht so intensiv erlebt zu haben wie china, da ich mich gerne von den anehmlichkeiten habe verleiten lassen und man dadurch automatisch am land etwas vorbeilebt. allerdings bin ich jetzt auch wieder erfrischt, um das abenteuer myanmar anzugehen. ich werde meinen urspruenlichen plan realisieren, ueber land im norden myanmars einzureisen, um richtung sueden in die hauptstadt yangon zu reisen. von dort aus muss ich wieder ausfliegen (steht so in meinem einreisevertrag), was wohl bangkok als zwischenstopp bedeutet, um dann nach kambodscha weiterzureisen.

Kommentare

Comment von benny meier
am: 26. Oktober 2006, 13:08

Hi, liest sich sehr schoen den Reisebericht. Sind gerade in China und begeben uns auf den Weg nach Laos. Wir haben nur dummerweise nochkein Visa fuer Laos. Kannst du mir eventuell einen Grenzuebergang von China aus sagen wo ich ein Visa bekomme oder kann ich eins in China organisieren, ich hab nur keine laoistische Botschaft hier in Cina gefunden. Vielen dank fuer die Hilfe Benny

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